
Spa · Der Leitfaden
Der Saunagang im Spa: eine Anleitung von der Dusche bis zur Ruhe
Sauna, Dampfbad, kaltes Wasser und Ruhe: eine gelassene Anleitung zu Reihenfolge, Dauer und Umgangsformen eines vollständigen Saunagangs.
Die meisten Saunalandschaften wirken schlicht: eine Sauna, ein Dampfbad, ein Tauchbecken, eine Reihe Liegen. Ob daraus ein zutiefst erholsamer Nachmittag wird oder ein dumpfer Kopfschmerz, hängt meist an Reihenfolge, Dauer und Ruhe. Hier lesen Sie, wie Sie einen Saunabesuch bewusst gestalten, von der ersten Dusche bis zum letzten Glas Wasser, und woran Sie erkennen, dass Ihr Körper um eine Pause bittet.
Vor dem Start: duschen, ankommen, langsamer werden
Planen Sie etwas Zeit ein. Wer direkt aus einer Besprechung oder nach einer langen Autofahrt in eine heiße Kabine eilt, dem wird am schnellsten schwindlig. Nehmen Sie sich zehn Minuten zum Umziehen, trinken Sie ein Glas Wasser und lassen Sie Ihren Puls zur Ruhe kommen.
Duschen Sie zuerst mit Seife und trocknen Sie sich gut ab. Trockene Haut erwärmt sich in der Sauna gleichmäßiger, und ein sauberer Körper ist die Grundhöflichkeit, die jede Saunalandschaft erwartet. Bietet das Spa ein warmes Fußbad an, nutzen Sie es. Warme Füße helfen dem ganzen Körper, sich angenehmer an die Hitze zu gewöhnen.
Essen Sie vorher nur leicht. Eine schwere Mahlzeit in den letzten ein bis zwei Stunden passt nicht zum Saunagang, Alkohol ebenso wenig. Beides erschwert es Ihrem Körper, mit der Hitze umzugehen.
Nehmen Sie zwei Handtücher mit, wenn das Spa es erlaubt: eines zum Sitzen in der Sauna und eines zum Abtrocknen nach dem Duschen. Bademantel und Badeschuhe halten Sie auf dem Weg zwischen den Bereichen und in den Ruhephasen warm, und mit einer eigenen Wasserflasche müssen Sie nicht erst nach einem Trinkbrunnen suchen.
Die Wärmephase: Sauna oder Dampfbad
Die meisten Saunagänge beginnen mit Wärme. Eine klassische Trockensauna arbeitet meist mit 70 bis 100 °C bei geringer Luftfeuchtigkeit. Ein Dampfbad ist deutlich kühler, oft um 40 bis 50 °C, doch die Luft ist mit Feuchtigkeit gesättigt. Weil der Schweiß nicht verdunsten kann, wirkt es oft genauso intensiv.
Beginnen Sie mit dem, was sich für Sie sanfter anfühlt. Viele starten im Dampfbad oder auf einer unteren Saunabank und rücken in späteren Durchgängen höher. Wärme steigt nach oben, daher ist die oberste Bank spürbar heißer als die unterste.
Bleiben Sie beim ersten Durchgang 8 bis 15 Minuten, als Neuling auch weniger. Sitzen oder liegen Sie, atmen Sie ruhig und gehen Sie, sobald Sie durchgewärmt sind, nicht erst, wenn Sie das Gefühl haben, etwas durchgestanden zu haben. In den letzten ein bis zwei Minuten setzen Sie sich aufrecht hin und stellen die Füße auf die untere Bank, damit sich Ihr Kreislauf anpassen kann, bevor Sie aufstehen.
Viele Spas bieten außerdem feste Aufgüsse an: Ein Saunameister gießt duftendes Wasser über die Steine und wedelt die heiße Luft mit einem Handtuch durch die Kabine. Aufgüsse sind intensiv und gesellig zugleich. Setzen Sie sich beim ersten Mal auf eine untere Bank, kommen Sie vor Beginn herein statt mittendrin, und verlassen Sie die Kabine leise, wenn es Ihnen zu viel wird.
Die Kältephase: Tauchbecken, Dusche oder frische Luft
Nach der Wärme folgt die Abkühlung. Diesen Schritt lassen die meisten Neulinge aus, dabei macht erst er aus dem Schwitzen einen echten Saunagang. Kaltes Wasser senkt die Hauttemperatur rasch und hinterlässt meist ein klares statt ein erschöpftes Gefühl.
Beginnen Sie behutsam. Gehen Sie zuerst an die frische Luft oder nutzen Sie eine kühle Dusche, beginnend an Füßen und Händen und dann in Richtung Herz. Gibt es ein Tauchbecken, steigen Sie ruhig hinein, atmen Sie langsam aus und bleiben Sie nur so lange, wie Sie sich sicher fühlen, oft zwischen wenigen Sekunden und einer Minute. Für längeres Ausharren gibt es keinen Preis.
Springen oder hechten Sie nie in ein Tauchbecken, und halten Sie den Kopf direkt nach starker Hitze nicht unter kaltes Wasser. Wenn Sie für das Tauchbecken noch nicht bereit sind, ist eine kühle Dusche eine völlig ausreichende Kältephase.
Ein kühles Fußbad ist eine weitere sanfte Möglichkeit, und eine langsame Bahn in einem lauwarmen Becken kann den Übergang zwischen Wärme und Ruhe bilden. Was nicht funktioniert, ist eine heiße Dusche direkt nach der Sauna: Sie hält Sie lediglich warm.
Ruhe gehört zum Saunagang
Die Ruhephase ist keine Pause vom Saunagang. Sie ist der Saunagang. Hüllen Sie sich nach dem Abkühlen in einen Bademantel, suchen Sie sich eine Liege und bleiben Sie mindestens so lange still liegen, wie Sie in der Wärme verbracht haben, idealerweise 15 bis 20 Minuten.
Jetzt beruhigt sich Ihr Herzschlag, und die Haut gibt die gespeicherte Wärme langsam ab. Die meisten spüren hier eine schwere, angenehme Ruhe, und genau diesen Teil des Nachmittags behalten sie in Erinnerung.
Halten Sie die Füße warm, mit Socken, Badeschuhen oder einem zweiten Fußbad. Schließen Sie die Augen, lassen Sie das Telefon im Spind und widerstehen Sie dem Drang zu lesen. Ein Ruheraum ist genau für diese Art von Nichtstun gemacht.
Wie viele Durchgänge, und wie viel trinken
Zwei oder drei Durchgänge aus Wärme, Kälte und Ruhe sind der klassische Rhythmus und füllen bequem zwei Stunden oder mehr. Für einen ersten Besuch oder einen müden Tag genügt ein Durchgang. Mehr ist nicht besser. Fühlen Sie sich benommen, ungewöhnlich müde oder leicht übel, ist der Saunabesuch für heute beendet.
Trinken Sie zwischen den Durchgängen Wasser oder einen leichten Kräutertee, lieber nach und nach als viel auf einmal. In der Hitze verlieren Sie mehr Flüssigkeit, als Sie bemerken. Alkohol verstärkt diesen Verlust und trübt Ihr Gespür dafür, wann Sie gehen sollten. Heben Sie ihn deshalb für viel später auf, wenn überhaupt.
Schließen Sie mit einer Abkühlung und einer langen Ruhephase ab, duschen Sie dann kurz lauwarm und ziehen Sie sich in Ruhe an. Viele empfinden den Abend nach einem vollständigen Saunabesuch als den idealen Abend, um früh ins Bett zu gehen.
Umgangsformen in der Saunalandschaft
- Auf dem Handtuch sitzen. In der Sauna liegt Ihr ganzer Körper, die Füße eingeschlossen, auf Ihrem eigenen Handtuch, nie auf dem blanken Holz.
- Leise sprechen. Viele Saunalandschaften sind Ruhezonen. Flüstern die anderen, passen Sie sich an.
- Türen rasch schließen. Mit jeder Sekunde, die eine Saunatür offen steht, entweicht Wärme für alle in der Kabine.
- Vor dem Aufgießen fragen. Wasser auf den Steinen verändert die Hitze für den ganzen Raum. Fragen Sie deshalb zuerst die anderen, oder überlassen Sie das dem Saunameister beim festen Aufguss.
- Die Kleiderordnung beachten. Manche Spas verlangen Badekleidung, in anderen wird in der Sauna textilfrei geschwitzt. Lesen Sie die Hinweise oder fragen Sie an der Rezeption, statt zu raten.
- Das Telefon zurücklassen. Kameras haben dort nichts zu suchen, wo Menschen teilweise oder ganz unbekleidet sind.
Wer vorsichtig sein sollte
Starke Hitze und plötzliche Kälte stellen echte Anforderungen an Herz und Kreislauf. Wenn Sie schwanger sind, eine Herzerkrankung, hohen oder niedrigen Blutdruck haben, kürzlich operiert wurden oder Medikamente nehmen, die Herzfrequenz, Blutdruck oder Temperaturempfinden beeinflussen, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie Sauna, Dampfbad oder Tauchbecken nutzen.
Die gleiche Vorsicht gilt nach einer Krankheit, nach Fieber oder nach einer sehr kurzen Nacht. Achten Sie auf frühe Signale wie einen pochenden Kopf, ein Engegefühl in der Brust oder plötzliches Frösteln, und verlassen Sie die Wärme sofort, wenn sie auftreten. Ein guter Saunagang lässt Sie ruhig und etwas schläfrig zurück, niemals aufgewühlt.
Häufige Fragen
Wie lange sollten Sie in der Sauna bleiben?
Beim ersten Besuch sind 8 bis 15 Minuten pro Durchgang ein vernünftiger Rahmen, und weniger ist völlig in Ordnung. Gehen Sie, sobald Sie durchgewärmt sind, oder beim ersten Anzeichen von Schwindel. Ihr Befinden zählt mehr als die Uhr.
Sollten Sie zuerst in die Sauna oder ins Dampfbad gehen?
Beides ist möglich. Viele beginnen mit der sanfteren Variante, oft dem Dampfbad oder einer unteren Saunabank, und steigern sich in späteren Durchgängen zur heißeren Kabine. Wichtiger ist, auf jede Wärmephase Abkühlung und Ruhe folgen zu lassen.
Ist ein Tauchbecken nach der Sauna sicher?
Für die meisten gesunden Erwachsenen gehört ein kurzes, ruhiges Eintauchen nach der Wärme selbstverständlich zum Saunagang. Steigen Sie langsam hinein, springen Sie nie und bleiben Sie nur kurz. Wenn Sie schwanger sind oder eine Herz- oder Blutdruckerkrankung haben, fragen Sie vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ist kein medizinischer Rat. Wenn Sie eine Erkrankung haben, schwanger sind oder Medikamente nehmen, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie neue Behandlungen oder Übungen ausprobieren.
Gleich ausprobierenGeführte AtemübungFolgen Sie einem sanft wachsenden Kreis durch ruhiges Atmen, Box-Atmung, 4-7-8 oder kohärentes Atmen, auf Wunsch mit leisem Ton.











